Baden geht auch ohne Wasser? Nicht ganz, weil das flüssige Element unter dem Boden für die richtige Wärme sorgt. Aber nass wird keiner beim Rockbathing – zumindest nicht von außen. Ins Schwitzen gerät man allerdings schon, selbst wenn die Raumtemperatur keine Saunagrade erreicht.
Das spannende Element zur Entspannung, Entgiftung und gar kalorienfressenden Entschlackung im Iyashi-Bedrock-Spa ist nicht Wasser, sondern ein schwarzer Stein aus Japan.
Ein schwarzer Wunderstein
Im nordjapanischen Hokkaido sind im Winter alle Berge schneebedeckt. Nur ein Gipfel ragt schwarz-glänzend aus dem weißen Meer: Hiyama, nach japanischem Glauben der Geburtsort der Zivilisation. Black Silica heißt das schwarze Gestein, das weltweit nur hier zu finden ist. Ihm werden magische Kräfte zugesprochen. „Phantom- Erz“ nennen es die Japaner, weil es so selten ist. Es gilt als natürliches Antidepressionsmittel, weil es negative Ionen ausstrahlt, die wiederum den Sauerstofffluss zum Gehirn anregen und die geistige Leistungsfähigkeit steigern. Zudem führt eine Art Infrarotstrahlung dazu, dass die Blutgefäße erweitert werden. Das hilft, Giftstoff e aufzubrechen, die dann aus dem Körper ausgeschwemmt werden. Außerdem wirkt Black Silica anregend auf Kreislauf und Stoffwechsel, stärkt dazu das Immunsystem. Die Wärme, so heißt es, dringt tiefer in den Körper ein als beispielsweise beim Saunieren, so dass sich Organe von schädlichen Substanzen und Schwermetallen befreien können. Durch die Sauerstoff zufuhr wirkt die Haut weicher und glatter, altert außerdem weniger rasch.
Und zu all diesen fast Wunder wirkenden Eigenschaften, in deren Genuss nun auch Kanadier im Iyashi-Spa in Toronto kommen, gesellt sich sogar Gewichtsverlust. 700 bis 800 Kalorien pro Stunde verbraucht der Körper in diesem warmen Steinambiente, erzählen die Spa-Inhaber Gary und Norma Percy – ungefähr so viel wie bei einer Stunde Rennen. Das Ganze jedoch ohne Anstrengung, einfach durch das Liegen auf den schwarzen Steinbetten im warmen Raum. Ein Spa-Erlebnis für Bequeme also. Wer es etwas aktiver mag, für den bietet Iyashi-Bedrock-Spa diverse Massagen, Reflexzonentherapie, sowie auch Yoga- und Pilates-Kurse im Felsenbad an.
Schlicht, aber mit Wirkung
Das unscheinbare Gebäude am Rande Torontos birgt eine kleine, auf erholsame Weise entfremdende Welt. Am pflanzenumringten Empfangsdesk bekomme ich ein soft-grünes kimono- artiges Outfit aus angenehmem Kuschel-Baumwollstoff. Als ich nach dem Umziehen den hellen, holzverkleideten Raum mit Granitboden betrete, erschlägt mich keine Hitzewelle. Stattdessen angenehme Wärme, die sofort meine Glieder entspannt. Im Kimono lege ich mich auf eine der 21 schwarzen, auf 42 Grad Celsius erhitzten Felsliegen. Zunächst empfinde ich die Wärme kaum, doch bald gerät jeder in der 60 prozentigen Luftfeuchtigkeit ins Schwitzen, der Kimono nimmt allen Schweiß auf. Ich denke an den Rat der Therapeutin am Eingang, den Schweiß am Ende nicht abzuwaschen (wer trotzdem mag, für den stehen Duschen zur Verfügung), sondern auf der Haut zu lassen – als natürlichen intensiven Hautbalsam. Nach einer 15- bis 20-minütigen Liegezeit – bäuchlings, auf dem Rücken, auf der Seite, ganz nach Belieben – sind fünf Minuten Pause im leider etwas klein geratenen Ruheraum angesagt. Und dann wiederholt man das Felsbaden, so oft man mag oder so lange man Zeit hat – für viele stressgeplagte Kanadier im umtriebigen, arbeitssamen Toronto eine echte Rarität.
Einfach nur entspannen
Was Spa-Gäste besonders schätzen am Rockbathing, ist das einfache Entspannen nach eigenem Rhythmus in bequemer Einheitskleidung – was besonders Menschen mögen, denen die gängige Spa-Atmosphäre vor allem in den Saunen und Bädern zu intim ist. Felsenfest glauben Gary und Norma Percy an die große Zukunft dieser Therapie in Kanada, nachdem in den vergangenen Monaten überall in Japan Rockbathing- Institute wie Pilze aus dem Boden schossen und die Zahl der Anhänger und Fans ständig wuchs.
Stichwort: Rockbathing
Rockbathing Statt ins Wasser legt man sich beim Felsenbad auf eine schwarze erwärmte sogenannte Felsenliege bei 60 Prozent Luftfeuchtigkeit. Nach einer gewissen Zeit schwitzt der Körper wie in der Sauna.
Das Spa
Eigens für das Rockbathing – das Felsbaden, das die Japaner schon lange als Ganbanyoku kennen und schätzen – wurde ein spezieller Stein ins kanadische Toronto importiert, damit er dort seine Wirkung entfalten kann. Den sogenannten schwarzen Stein findet man nur im japanischen Hiyama. Iyashi Bedrock Spa gilt bei Spa-Insidern weltweit als eines der fünf interessantesten Spas. Von der eher unspektakulären Einrichtung darf man sich nicht beirren lassen – die Wirkung ist entscheidend.
www.iyashibedrockspa.com