Mehr als ein Drittel unseres Lebens verbringen wir – genau: im Schlaf. Damit dieser erholsam ist, gilt es einige Faktoren zu beachten. Um welche es sich handelt, darüber haben wir mit Experten gesprochen, die sich mit einer guten Nacht auskennen.
Was gibt es Schöneres, als in Morpheus Armen zu träumen und mit Vater Hypnos, dem Sohn der Nacht und Gott des Schlafes, zu entspannen? Wären da nicht gelegentlich bis häufig Störfaktoren, die das verhindern. Beginnen wir unsere Entdeckungsreisedurch die faszinierende Welt des Schlafes bei allgemein Wissenswertem, von neuesten Forschungsergebnissen bis hin zu Phänomenen, die unseren Schlaf durch den veränderten Lebensstil im 21. Jahrhundert beeinflussen. „Schlaf ist für den Menschen, was das Aufziehen für die Uhr“, zu dieser Erkenntnis gelangte schon der deutsche Philosoph Arthur Schopenhauer. Ein guter Tag beginnt also mit einer guten Nacht davor! Dauer, Regelmäßigkeit und Qualität des Schlafs haben einen großen Einfluss auf Wohlgefühl, Leistungsfähigkeit, Gesundheit, Schönheit, Klugheit und Laune. Zu wenig oder schlechter Schlaf schädigt auf Dauer unser Gehirn. Während wir uns nachts im Schlaf ausruhen, um so neue Energie für den nächsten Tag zu gewinnen, arbeitet unser Körper. Zellen werden gereinigt, repariert, neu gebildet und Giftstoffe werden herausgefiltert und auch das Gewebe gestrafft.
Regelmäßig Pausen machen
Über Nacht sollten wir eigentlich wieder in Balance kommen, doch das funktioniert bei vielen Menschen nicht mehr. Mittlerweile leiden rund 30 Prozent der Bevölkerung unter Schlafstörungen. Dabei laufen viele Regenerationsprozesse während des Schlafes ab. Dem Zusammenspiel von Aufmerksamkeit, körperlicher Leistung, kognitiver und emotionaler Intelligenz liegt letztlich vor allem guter Schlaf zugrunde. Das amerikanische Hintsa Institut/James Hewitt, Wissenschaft & Innovation, untersuchte Fakten und Möglichkeiten zum Energiemanagement im Schlaf. Unter dem Titel „Harder – faster – stronger – better“ wurden sowohl Ziele als auch Lösungen definiert. Eine grundlegende Erkenntnis lautet: Wer für genügend Schlaf, Ruhepausen und Entspannung sorgt, kann im Alltag, bei der Arbeit oder im Sport die notwendige Aufmerksamkeit und Konzentration für die erforderliche Leistung aufbringen. Aufmerksamkeit gilt nach Hewitt als der Schlüssel für das Management der geistigen Ressourcen. Auch tagsüber brauchen wir unsere Auszeiten! Ablenkungen allein durch Smartphones von bis zu 20 Stunden täglich und 250 bis 500 E-Mails täglich bei Managern sind keine Seltenheit. Gerade von ihnen wird aber erhöhte Verantwortung und Aufmerksamkeit gefordert. Das kann aber das Gegenteil bewirken, nämlich Überforderung, Müdigkeit, Burnout. Die eiserne Margaret Thatcher, ehemalige Premierministerin des Vereinigten Königreichs meinte: „Schlaf ist für Schwächlinge“. Diese Annahme ist längst widerlegt. Natürlich spielen hier körperliche Aktivität, Sport, Ernährung und das Umfeld entscheidend mit. Die beste Nachricht: Das sogenannte Faulenzen oder die Muße ist keine Zeitverschwendung, sondern wichtiges Relaxen. Es lenkt später die Aufmerksamkeit auf die wirklich wichtigen Dinge des Lebens, denn wie Hewitt meint: Das Hirn der zukünftigen Führungsriege bedarf hoher Kapazität für ein höheres Level an Konzentration und Aufmerksamkeit, Empathie (das Einfühlen in andere) und Kreativität.
Buch statt E-Book
Die heutige Zeit mit ihren großen technischen Veränderungen führt dazu, dass wir durchschnittlich etwa sieben Stunden schlafen, im Vergleich zu neun Stunden vor 100 Jahren. Tagsüber sitzen wir oft mehrere Stunden vor dem Computer. Abends halten uns eine spannende Serie, Spätnachrichten oder Twitter vom rechtzeitigen zu Bett gehen ab. Und sogar da schauen wir weiter aufs Smartphone oder lesen im E-Book. Zwei Wochen lang weniger als sechs Stunden Schlaf haben für den Durchschnittsschläfer die gleichen Auswirkungen wie 24 Stunden Schlafentzug. Deshalb regelmäßig früh das Licht ausknipsen und statt E-Book lieber richtige Buchseiten blättern.
Der eine wacht früh auf, der andere eine Stunde später. Jeder Mensch braucht unterschiedlich viel Schlaf. Sieben bis acht Stunden sind der Durchschnitt. Es gibt Kurzschläfer, die mit fünf oder sechs Stunden auskommen, und Langschläfer, die bis zu zehn Stunden benötigen. Die Annahme, dass man im Alter weniger schläft, teilen die Experten nicht: Die benötigte Schlafmenge verändert sich laut Forschungsergebnissen nicht. Ältere Menschen schlafen nur häufiger am Tag, was Berufstätige zum Beispiel nicht können, so gleicht sich die Menge aus. Ob jung oder alt, Kurz- oder Langschläfer – ist man morgens erholt und munter, hatte man eine rundum gute Nacht.
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