Analoge Wellness, „Augmented Biology“ und „Sauna neu gedacht“ sind einige der Trends, die der Global Wellness Summit (GWS) in seinem Future of Wellness-Trendreport für 2025 voraussagt. Wir haben für Sie die zehn wichtigsten zusammengefasst.
1. Analoge Wellness
Laut GWS werden sich 2025 immer mehr Menschen bewusst von der Online-Welt abmelden und sich stattdessen für ein „analoges Leben“ entscheiden. Als Vorreiter gelten die jüngeren Generationen, die Retro-Technik sowie analoge Hobbys und Old School-Erlebnisse für sich wiederentdeckt haben. Die Menschen begriffen zunehmend, dass künstliche Intelligenz ebenso brillant wie manipulativ sei und die Grenzen zwischen Realität und Scheinwelt verschwimmen ließen, heißt es in dem Bericht. Konstatiert wird eine Überreizung etwa durch Marketingkampagnen im digitalen Bereich, die eine Gegenbewegung auslösen und einen Anstieg an analogen sozialen Aktivitäten wie Spieleabende oder Live-Musik-Events mit sich bringen wird. Clevere Wellness-Anbieter würden diesen Trend mit digitalen Entgiftungskabinen in der Natur, Deep-Listening-Nächten mit Vinyl-Schallplatten in der Sauna oder analogen Kreativangeboten und Workshops wie Malerei, Töpfern, Kalligraphie und Schreibwerkstätten nutzen.

2. Sauna neu gedacht
Alte Saunatraditionen erleben derzeit eine Art Renaissance. Ein zunehmend jüngeres Publikum nimmt diese Angebote wahr, teils, weil das Bedürfnis nach „echten“ sozialen Kontakten wächst, teils auch, weil die Betreiber immer häufiger Unterhaltungselemente in das Saunaprogramm mit aufnehmen – Stichwort Erlebnisaufgüsse. Der GWS geht davon aus, dass die Aufguss-Bewegung weiter an Dynamik gewinnen wird. Betreiber, die von dieser Renaissance profitieren wollen, sollten ihr Saunadesign überdenken, rät der GWS. Dieses würde immer aufregender und erlebnisorientierter, mit großen Panoramafenstern oder immersiver, digitaler Kunst. Wenn Anbieter eine Renovierung ihres Schwitzbereichs planen, sollten sie laut GWS Saunen in Eventgröße in Erwägung ziehen, die Platz für viele Menschen bieten und als lebendiger, sozialer Mittelpunkt einer Anlage dienen können.
3. „Augmented Biology“
Der GWS-Bericht registriert eine grundlegende Neudefinition der menschlichen Fähigkeiten, eine Verschmelzung von Körper und Maschine, die das Potenzial des menschlichen Gehirns und Körpers auf ein neues Niveau hebt. Fortschritte in Gesundheitstechnologie und Gentechnik führten dazu, dass die Gesundheit nicht nur erhalten, sondern aktiv optimiert und verlängert werde. Leistungssteigernde Gehirn-Computer-Schnittstellen und KI-integrierte, tragbare Gesundheitsgeräte entwickelten sich von einfachen Trackern zu aktiven Systemen und reagierten auf individuelle Bedürfnisse, so der GWS-Trendreport. Demnach werden in Zukunft maßgeschneiderte Lösungen zur Hyperoptimierung zur Regel und die Erschließung des ungenutzten menschlichen Potenzials zur Realität: „Wir stehen an der Schwelle zu einer neuen Ära, in der wir beginnen, unsere Biologie nicht nur besser zu verstehen, sondern sie auch aktiv zu verbessern.“

4. Wellness für Jugendliche
Der stetige Anstieg von Angstzuständen, Depressionen und Suchtproblemen bei Teenagern ist zugleich eine Chance für Spas und Wellness-Destinationen, die Jugendliche bisher nur peripher auf dem Schirm hatten. Der GWS empfiehlt der Wellness-Branche, sich für familien- und generationenübergreifende Wellness-Programme zu öffnen. Angebote wie Klangtherapie, Meditation und Naturerlebnisse könnten dazu beitragen, die Stimmungslage von Jugendlichen zu verbessern. Einige Hotelmarken arbeiten bereits an Wellness-Programmen speziell für Teenager. Der Trendreport sagt voraus, dass in den kommenden Jahren noch mehr ernstzunehmende Lösungen für Jugendliche entstehen werden.

5. Nahrungsergänzungsmittel
Der Markt der Nahrungsergänzungsmittel ist gigantisch – das Volumen beläuft sich aktuelle auf 178 Milliarden Dollar. NEM verheißen nicht mehr „nur“ Gesundheit, sondern auch Status. Bisher warfen laxen Vorschriften und der Vorwurf, die Industrie betreibe „Science Washing“, Schatten auf die Branche. Laut GWS wird sich der Markt 2025 aber in eine neue Richtung bewegen. Prognostiziert wird eine Zunahme von hochwertigen, hyper-personalisierten Formulierungen und ein Fokus auf die Langlebigkeit der Zellen. NEM würden sich voraussichtlich zu präziseren Mitteln für einen optimierten Lebensstil entwickeln. Die Longevity-Forschung wird weiterhin Supplements entwickeln, die auf wichtige Alterungsmechanismen wie die mitochondriale Gesundheit und die Zellreparatur abzielen. Auch die besonderen physiologischen Bedürfnisse von Frauen werden verstärkt ins Zentrum des Interesses rücken, respektive hormonelle Gesundheit und Fruchtbarkeit.
6. Wellness am Wendepunkt
Die Wasserknappheit aufgrund des Klimawandels nimmt weltweit zu. Der GWS-Trendreport fordert die Spa-Branche auf, eine führende Rolle in der Wasserkrise zu übernehmen, und rechnet vor: „Eine einzige Dusche verbraucht bis zu 40 Liter Wasser pro Gast, was sich auf 11.000 Liter Wasser pro Tag summieren kann – mehr als vier Millionen Liter pro Jahr. Und das in nur einem Spa.“ Darum müssten Wellness-Anlagen mehr für den Erhalt und das Auffüllen der Wasservorräte tun. Denn bei Wellness gehe es nicht nur um die individuelle Gesundheit, sondern auch um die des Planeten.

7. Longevity definiert Arbeit neu
Die Zahl junger Arbeitnehmer nimmt weltweit ab, während die Altersgruppe der über 65-Jährigen im Zeitalter von Longevity laut der Prognose des GWS-Trendreports explodieren wird. Dies werde die Arbeitswelt radikal umgestalten – die am schnellsten wachsende Altersgruppe bei den Arbeitnehmern weltweit seien schon jetzt die über 75-Jährigen. Wie lange werden Menschen künftig arbeiten? Und wie passen sie sich an längere Lebensarbeitszeiten an? „Es wird darauf ankommen, Gesundheit und Wohlbefinden älterer Arbeitnehmer zu erhalten und Richtlinien zu schaffen, die veränderte Verantwortlichkeiten, Bedürfnisse und Ziele bei steigendem Alter berücksichtigen“, so der GWS. Dies betrifft auch die Wellness-Branche. Arbeitgeber könnten mehr Flexibilität in Bezug auf Arbeitsort und -zeit, Teilzeitmodelle und Beratungsfunktionen mit mehr Autonomie in Betracht ziehen. Denkbar wären auch Mentorenprogramme, bei denen ältere Arbeitnehmer ihre vielfältigen Erfahrungen weitergeben könnten. Umgekehrt könnten ältere Mitarbeiter von jüngeren betreut werden, um die Kommunikation zwischen den Generationen zu fördern und den Anschluss an Technologie und Trends nicht zu verlieren.
8. Wellness gegen Sucht
Die Schadensbegrenzung und Behandlung von Süchten ist ein weiterer Trend, den der GWS-Report für 2025 prognostiziert. Demnach wird die Branche Tabus brechen und innovative Produkte rund um das Thema Sucht anbieten. Die Grenzen zwischen Luxus-Wellness-Resorts und medizinischen Suchtbehandlungszentren sind jetzt schon fließend. Immer mehr Hotels und Resorts bieten Retreats an, um Menschen dabei zu helfen, vom Alkohol bis hin zur digitalen Technologie Substanzen oder Verhaltensmuster mit Suchtpotenzial zu reduzieren.

9. Die Wellness-Ambitionen des Nahen Ostens
Der Nahe Osten hat sich dank nationaler Strategien und neuer Entwicklungen schnell zu einem weltweit führenden Wellnessmarkt entwickelt. In keiner anderen Region der Erde wird das Thema so aktiv vorangetrieben wie dort. Schließlich suchen die vom Erdöl abhängigen Länder nach neuen Einnahmequellen. Digitale Innovationen verändern dank großer Investitionen in künstliche Intelligenz, Robotik, genomische Medizin und digitale Gesundheitsinfrastruktur, das Gesundheitswesen in der Region. Kosmetiklinien und -produkte zelebrieren außerdem das Erbe des Orients.
10. Wellness auf großer Fahrt
Kreuzfahrten und Bahnreisen erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Sie entsprechen dem Wunsch nach Entschleunigung und entspanntem Reisen. Zunehmend werden auch ganzheitliche Wellness-Programme, Einrichtungen auf Resort-Niveau, Gesundheitsexperten an Bord und auf Wellness ausgerichtete Ausflüge angeboten. Laut GWS-Trendreport wird dies dazu führen, dass Reisende lokale Wellness-Traditionen erkunden, vom Wildbaden in Skandinavien bis zum Sammeln von Heilpflanzen mit einem Maya-Schamanen in Mexiko. Da stiller Tourismus und Ruhepausen immer beliebter werden, können Anbieter von Bahn- und Schiffsreisen von diesen Trends profitieren.
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