Italiens Trend-Metropole entdecken – Ob Fashion, Food, Design, Architektur oder Kultur – Mailand hat von allem reichlich zu bieten. Und erfindet sich immer wieder neu.
Berühmt für Mode, Design, Kultur, gutes Essen und ja, auch Fußball, ist Mailand schon längst. Spätestens seit der Expo 2015 hat es sich in eine pulsierende, aufregende, moderne Metropole verwandelt, die jährlich mehr Besucher begeistert. Moderne Stadtviertel entstanden, namhafte Architekten verpassten der Stadt mit himmelstürmenden Bauwerken eine aufregende Skyline und mit Parkanlagen und Radwegen ein neues, grünes Gesicht. Inzwischen gehören sie zu den Sehenswürdigkeiten Mailands. Der 213 Meter hohe Bankenturm Torre Unicredit ist das höchste Gebäude der Stadt, die begrünten Hochhäuser Bosco Verticale die nachhaltigsten.
Ehemalige Industrie- und Arbeiterviertel sind heute kreative Hotspots und angesagte Ausgehviertel, wie beispielsweise das Viertel rund um die Navigli, die Kanäle. Brera mit seinen kopfsteingepflasterten, autofreien Gassen hat sich zum Designdistrikt gewandelt, wo jährlich im April die Design Week mit Ausstellungen und Partys für Furore sorgt. Im goldenen Shoppingviertel wird das ABC der Haute Couture aufgezählt: Armani, Bottega Veneta, Chanel, Dior … bis Zegna – da stockt einem beim Blick in die Luxusboutiquen der Atem: wegen der stylischen Kreationen und wegen der Preise.
Um sich davon zu erholen, laden die zahlreichen Cafés und Restaurants ein, wo sich die Mailänder Lust am Genuss zeigt. Mailand ist berühmt für seine Küche, etwa das Risotto Milanese, aber auch für seine Cocktailkultur. Das gehört zur Mailänder DNA wie Mode, man ist immer schick gekleidet, und Opernmusik. Schließlich ist hier seit 1778 mit dem Teatro alla Scala eines der berühmtesten Opernhäusern der Welt zu Hause und seit 1958 zweimal jährlich die Fashion Week.

Einfach legendär
In Mailand wurden berühmte Cocktails kreiert:
Negroni Sbagliato
Dieses inzwischen legendäre Getränk wurde in den späten 1960er-Jahren in der Bar Basso erfunden, eine der ersten Mailänder Bars, die Cocktails servierte. Es heißt, dass der Besitzer, Mirko Stocchetto, beim Mixen eines Negroni versehentlich Spumante anstatt Gin verwendete. Und schon war der klassische Negroni als Negroni Sbagliato (Falscher Negroni) wiedergeboren. Noch heute ist diese traditionelle Bar angesagter Treffpunkt während der Fashion- und Design Week. bar-basso.com
Rezept: 1/3 Spumante brut, 1/3 roter Wermut (traditionell: Carpano), 1/3 Campari, Eiswürfel, 1 Orangenscheibe

Der Espresso Um 1900 kam Espresso als Getränk (italienisch Caffé) in Mailänder Bars auf. Er wurde damals nur auf ausdrücklichen Wunsch des Kunden mit Dampf zubereitet – Espresso leitet sich vom Verb esprimere (ausdrücken) ab, und nicht, wie irrtümlich angenommen, von express (schnell). Heute ist er Kultgetränk und eine Lebensphilosophie. Für einen Espresso ist immer Zeit – ob an der Bar oder bei einem Geschäftstreffen. Die Moka, der erste Espressokocher für den Haushalt, wurde 1933 von Alfonso Bialetti erfunden.

Musentempel für Kunst & Kultur
Von Leonardo da Vinci bis Prada
Leonardo da Vinci ist allgegenwärtig in Mailand. Seine Flugobjekte finden sich im Museum Wissenschaft und Technik (www.museoscienza.org), sein berühmtes Gemälde „Das letzte Abendmahl“ in der Kirche Santa Maria delle Grazie und ein Deckenfresko im Castello Sforzesco. Unbedingt lohnenswert ist ein Besuch der Pinacoteca di Brera (www.pinacotecabrera.org). Sie gehört zu den bedeutendsten Kunstmuseen Italiens mit Meisterwerken der Renaissance und des Barock. Direkt an der Piazza del Duomo bietet das Museo del Novecento (www.museodelnovecento.org) Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Etwas außerhalb vereint die Fondazione Prada (www.fondazioneprada.org) Mode, Kunst und Architektur. Der Hangar Bicocca (www.pirellihangarbicocca.org) gibt zeitgenössischer Kunst den passenden Rahmen.


Mode- und Shoppingmetropole
Im Gegensatz zu Corso Venezia, Via della Spiga, Via Manzoni, Via Monte Napoleone mit den teuersten Haute-Couture-Boutiquen, ist der Corso-Buenos-Aires-Einkaufsparadies für jeden Geldbeutel. Kaufhäuser, kleine Läden, Restaurants, Bars, Eisdielen und Buchläden finden sich auf dieser Einkaufsstraße, eine der längsten Europas. Ein Konsumtempel erster Güte ist das legendäre Kaufhaus La Rinascente am Domplatz mit riesigen Schaufenstern unter den Arkaden. Auf zehn Etagen gibt es alles – Kosmetik, Luxuskleidung, internationale Delikatessen …
Konzentration aufs Wesentliche – Luxus
Mailand und Mode sind untrennbar miteinander verbunden. Etwas versteckt hinterm Dom liegt das „Quadrilatero della Moda“, das berühmte Modeviertel. Von A bis Z, Armani bis Zegna, wird hier Fashion gelebt und zelebriert und in extravaganten Showrooms rund um die Via Monte Napoleone präsentiert. Die Luxusbeute von Gucci, Prada, Armani, Dolce & Gabbana fährt dann in röhrenden Ferraris und Lamborghinis davon. Naja, auch Windowshopping ist ein Erlebnis.
Mailands Salon
Die „Mutter aller Einkaufspassagen“, die prachtvolle Galeria Vittorio
Emanuele II an der Piazza del Duomo, lockt mit Luxusshops, top Restaurants und Cafés sowie der berühmten Camparino Bar. Beeindruckend: das mächtige Glasdach und der Mosaikboden mit Tierkreiszeichen


Sightseeing
Mailands Dom – Die Kathedrale Santa Maria Nascente
Auf der Piazza del Duomo hasten eilige Mailänder an ihm vorbei, staunende Touristen halten ehrfürchtig vor dem imposanten gotischen Dom inne. Dieses Marmorgebirge mit seinen 135 Türmchen hat einen unverwechselbaren Look. Es ist die drittgrößte Kirche Europas und wie die Galleria Vittorio Emanuele nebenan ein Wahrzeichen Mailands. Zu seinen Hauptattraktionen zählen u. a. die Domterrassen. Aufzüge oder 919 Stufen führen hinauf. Der Lohn: ein Panoramablick bis zu den Alpen.

Navigli-Viertel – Venedig-Flair
800 Jahre lang war Mailand von Kanälen (Navigli)durchzogen, ähnlich wie Amsterdam oder Venedig. Auf ihnen wurde u. a. der Marmor für den Dombau vom Lago Maggiore in die Stadt gebracht. Geblieben sind der Naviglio Grande und Naviglio Pavese, die sich durch das Viertel ziehen, und dank der Expo 2015 das neugestaltete Hafenbecken Darsena. Sie bilden eines der lebendigsten und buntesten (Ausgeh-)Viertel, mit lässigen Cafés, Bars, Restaurants und kleinen Ateliers. Bei einer Boots- oder Gondelfahrt unter schmiedeeisernen Brücken hindurch kommt Venedig-Flair auf.

Dumont Reiseverlag Infos zu Kunst, Kultur, Design, Mode und Architektur und viele kulinarische Tipps werden auf 120 Seiten geboten. 14,95 €.

Michael Müller Verlag Sechs verschiedene Touren laden zum Entdecken der Stadt ein.
Mit Travel-App. 203 Seiten, 16,90 €.
Unsere Hotel-Tipps für Mailand
Mandarin Oriental Milano
Palazzo des guten Geschmacks
Das 5-Sterne-Hotel begeistert in historischen Mauern mit italienischem Design und asiatischem Spirit. eit inzwischen zehn Jahren ist das Mandarin Oriental Milano im Herzen der Stadt die Adresse für alle, die ein Faible haben für Dolce Vita mit asiatischem Touch. Aus ursprünglich vier Palazzi des 18. Jahrhunderts ist eine Luxusherberge und urbane Oase entstanden, die von frühmorgens bis spätabends einlädt zum Genießen und Entspannen auf höchstem Niveau. Bei Gästen wie Einheimischen beliebt ist das stylische Restaurant Mandarin Garden.

Vom Bahnhof Stazione Centrale sind es mit dem Auto 15 Min., mit der Straßenbahn M3 bis Haltestelle Montenapoleone 12 Min. Der Flughafen Malpensa ist 45-Autominuten entfernt. Der Malpensa Shuttle M1 benötigt etwa eine Stunde. www.mandarinoriental.com/en/milan
Bed & Breakfast Ende März ab 1783 €/Nacht
Portrait Milano
Glanzvoll zu neuem Leben erwacht
Was einst ein karges Priesterseminar war, ist heute elegantes Gästedomizil und neuer Hotspot für die Mailänder. Von der hohen verglasten Loggia im ersten Stock des neuen Luxushotels lassen sich wunderbar die Passanten beobachten, die über die Piazza del Quadrilatero flanieren. Und ein Auge in die Luxusboutiquen unter den Kolonnaden werfen oder auf einen freien Platz im Restaurant 10_11, wo köstliche italienische Küche serviert wird.

wie etwa die 100 Quadratmeter große Familien-Suite
Der Bahnhof Stazione Centrale ist zehn, der Flughafen Malpensa knapp 50 Autominuten entfernt. Der Malpensa Shuttle M1 benötigt eine gute Stunde. www.lungarnocollection.com
Doppelzimmer Ende März ab 1232,50 €/Nacht für zwei Personen
Straf Hotel
Radikal Minimalistisches Designhotel in altem Palazzo
Die Adresse für Kunstliebhaber und Puristen. Gäste des Straf Hotels schätzen das Klare, Reduzierte, das Abhandensein von unnötigen „Wohnaccessoires“ und die dennoch warme Atmosphäre. Schon seit 20 Jahren hat Mitglied der Design Hotels seine Fans, die sich im Industriedesign mit Beton, Eisen und Messing pudelwohl fühlen.

Gleich hinterm Dom liegt das Design Hotel, 14 Autominuten vom Hauptbahnhof und 50 vom Flughafen Malpensa entfernt. www.straf.it
Doppelzimmer Ende März ab 414 €/Nacht
Viu Hotel
Wo grünes Design auf Gourmetküche trifft
Ein Quader aus Glas, Beton und Holz, umrahmt von vertikalen Gärten, obendrauf ein Pool und eine Terrasse mit spektakulärer 360-Grad-Aussicht: Moderne umweltfreundliche Architektur in einem der pulsierendsten Viertel Mailands, Porta Volta.

Das Mitglied der Design Hotels ist 40 Minuten vom Flughafen und zehn Minuten vom Bahnhof entfernt. www.hotelviumilan.com
Übernachtung im Doppelzimmer Ende März ab 270 €/Nacht
Reise-Tipps für die schönsten SPA Metropolen und ausgewählte Hotels stellen wir in der aktuellen Ausgabe SPA inside vor.